Wer seit Monaten die Printmedien im Lokalbereich Apolda verfolgt wird sicherlich mitbekommen haben, dass es um die Stadt Apolda finanziell nicht besonders „rosig“ steht. Ein Haushalt für das Jahr 2015 konnte auf Grund von riesigen Finanzlücken bis heute nicht erstellt werden. Wo diese Probleme der Stadt hinführen werden, bleibt offen.

Hauptthemen des Stadtrates bei der Sitzung am 11.02.2015 waren unter anderen die Beauftragung des Bürgermeisters mit der Erstellung eines Parkraumbewirtschaftungskonzeptes der Stadt Apolda sowie ein Antrag der Linken über die Gründung einer Zwischennutzungsagentur Apolda.

Zum Parkraumbewirtschaftungskonzept: Wer die Stadt Apolda kennt, weiß, dass die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in der Stadt viel Paktplätze gekostet haben, es sei hier z.B. nur der Parkplatz an der Lutherkirche zu nennen. Nun sollen die restlichen Parkplätze, die im Innenstadtbereich zur Verfügung stehen, noch gebührenpflichtig werden im Zuge des Haushaltsicherungskonzeptes. Es stellt sich die Frage, ob hier mehr Schaden verursacht wird als das Ganze Nutzen bringt?

Die Kaufkraft in Apolda liegt relativ weit unten, sodass sich florierende Geschäfte im mittleren oder oberen Preissegment nicht lohnen. Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich das Bild der Innenstadt stark gewandelt. Von den einst geschäftsträchtigen Einkaufsstraßen ist heute wenig übrig geblieben. Wenn man heute z.B. durch die Bahnhofstraße, Goerdelerstraße, Alexander Puschkin Platz oder Teichgasse geht, begegnet man viel Leerstand, verweiste oder zugeklebte Schaufenster. Die übrig geblieben Geschäfte haben es da auch nicht einfach und sind letztlich ein trauriges Bild der einstigen Industrie- und Handelsstadt.

Jetzt stellt sich die Frage, wenn die Stadt anfängt Parkgebühren im Innenstadtbereich zu verlangen, wer kommt den dort noch hin zum Einkaufen oder fährt lieber gleich nach Jena oder Weimar, wie es die meisten schon tun?
Mache ich dann die Situation nicht noch schlimmer, als sie ohnehin schon ist?

Und das führt uns gleich zu Punkt zwei, der Antrag der Linken über die Gründung einer Zwischennutzungsagentur Apolda, die ja an sich eine interessante Lösung ist.
Kurz gesagt, man möchte die Stadt beauftragen mit Hilfe einer Zwischennutzungsagentur die leerstehenden Ladenlokale einer neuen Nutzung bzw. Zwischennutzung zuzuführen, um den Leerstand zu verringern. Letztlich soll durch die Agentur zusammen mit den Eigentümern Projekte entwickelt werden, um diese Leerstände zu vermarkten.

Der Vorschlag der Stadträte der Linken ist eigentlich kein schlechter, um das äußere Erscheinungsbild der Innenstadt für den Besucher etwas aufzuwerten, zumal man ja vor hat, im Jahre 2017 eine Landesgartenschau auszurichten.
Es ist daher als Außenstehender nicht nachvollziehbar aus welchem Grund solche Vorschläge nicht mal in Ausschüssen diskutiert werden und man der Meinung ist, man benötigt so etwas nicht?

Es muss dringend eine Lösung gefunden werden, um die Stadt wieder attraktiver für Bewohner und Besucher zu machen.

–A.Heinemann–

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