Weimar hat kein Geld. Mal wieder. Ein erst kürzlich verabschiedeter Haushalt wurde, kaum dass er rechtsgültig war, durch den OB nur einige Wochen später gleich wieder gesperrt. Noch in der Haushaltsdiskussion verlautbarte er vollmundig, dass die Stadt Weimar wohl den einzigen ausgeglichenen Haushalt in Thüringen verabschieden könne, doch schnell hat ihn die Wirklichkeit wieder eingeholt. Neben den laufenden Kosten im Verwaltungshaushalt, die die Stadt überdurchschnittlich bedrücken, sind es aber auch Kosten im Investitionshaushalt, die beispielsweise aus Verträgen der Stadt mit der Klassik Stiftung Weimar herrühren. Und es sind gerade jene zum „Neuen Bauhausmuseum“.

Nun hat die Klassik Stiftung ihrerseits das Problem, dass ihr gerade im Bau befindliches Bauhausmuseum nicht recht mehr in den vor Jahren erstellten Kostenrahmen hineinpasst und es wahrscheinlich kein Bauunternehmen für das vorgesehene Geld bauen will. Somit steht sie ebenfalls vor dem Problem, wie sie mit dem vorhandenen Budget auskommen soll.

Es stellt sich nun die Frage: leben Stadt und Stiftung über ihre Verhältnisse und haben sie sich nicht doch zuviel zugetraut? Wäre es nicht doch besser gewesen, auf die Mahner und Kritiker zu hören, die sich in den letzten Jahren oft lautstark zu Wort gemeldet und auf diese sehr wahrscheinliche Kostenentwickung aufmerksam gemacht haben?

Computersimulation zur Tanke auf dem MinolplatzComputersimulation einer möglichen Tankstelle auf dem Minolplatz inklusive Bauhaus-Glasfassade

Wir PIRATEN Weimar schlagen ja immer noch als Alternative die Tankstelle  des Vereins „Pro Tanke“ vor, die in jedem Fall in den Kostenrahmen passen würde (siehe ältere Artikel) und anstatt allein Kosten zu generieren, in Zukunft Gewinne erwirtschaften würde. Diese Tankstelle könnte sogar von den Weimarer Stadtwerken betrieben werden und somit auch dem Stadthaushalt zuträglich sein. Die Klassik-Stiftung könnte als jetziger Grundstückseigentümer dazu noch Pacht kassieren. Damit hätten alle gewonnen.

Nach dem Ausmaß der nun errichteten Baugrube und der günstigen Lage zum Schwanseebad wäre allerdings auch eine Ergänzung der bestehenden Schwimmhalle durch einen Neubau denkbar. Dies wäre mit Sicherheit von den Bürgern wünschenswerter und würde in dieser Größe ebenfalls im Kostenrahmen bleiben. Synergieeffekte zum Bauhaus wären dabei sehr willkommen.

Dann gibt es ja nicht zuletzt noch den Vorschlag des Vereins „Das Bauhaus neu denken“, der immer noch das Haus II des Landesverwaltungsamtes für das Museum favoritisiert.

Wie man sieht, egal wie weit der Baufortschritt gediehen ist, es gibt immer wieder Alternativen, um das Ruder noch herumreissen zu können. Wenn man es nur will.

Die Einzigen, für die jede Alternative zu spät kommt, sind die abgeholzten Bäume im Park, auf die wir beizeiten aufmerksam gemacht hatten und wo unserer Aktion Fehlinformation und Dilettantismus vorgeworfen wurde. [1]

Doch dazu müssen wir nun nicht mehr viel sagen. Die nachfolgenden Bilder sprechen für sich.

Damals:

Taufe der Bäume an der BaustelleTaufe der todgeweihten Bäume an der Baustelle

Heute:

Weimarhallenpark heute 2Die ehemalige Taufstelle aus einer anderen Perspektive.
Weimarhallenpark heuteDieser eine Taufbaum (im Bild Mitte) steht heute zwar noch, aber die damals markierten Bäume dahinter wurden tatsächlich abgeholzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

[1] http://www.tlz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Bauhausmuseum-Weimar-Piraten-Aktion-war-nur-Satire-1281500530

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