Seit vielen Jahren ist der nördliche Zugang zum Rastenberger Tunnel (Gleisunterführung neben dem Bahnhof) stark vermüllt. Da die empfindsame Seele des durchschnittlichen Kulturbürgers auf dem Weg zum Biomarkt daran Anstoß (oder sogar Schaden) nimmt, ergeht folgende Anfrage an die Stadtverwaltung:

1- Da man in der Kulturstadt und in Zeiten der Post-Postmoderne nie ganz sicher kann: Ist das Kunst oder kann das weg?

2- Wo genau verläuft die Grenze zwischen Bahngelände, öffentlichem Weg und Betriebsgelände der Firma ATU?

3- Ist der Stadt das Müllproblem dort bekannt und hat sie schon etwas in die Wege geleitet, um den Zustand dauerhaft zu verbessern?

4- Könnten im Bahnhof ansässige Anbieter von „Take away-food“, „Coffee to go“ und ähnlichem, deren Verpackungen dort einen großen Müllberganteil hat, bei den Reinigungskosten beteiligt werden?

5- Würde die Stadt mit der möglichen Aufstellung eines Schildes, auf dem etwa stünde: „Bitte werfen Sie Ihren Müll hier hin!“ (sic!) die Hoffnung verbinden, dass – sobald es ausdrücklich erlaubt ist – es für die üblichen Verdächtigen uncool wird, das gesamte Gelände möglichst flächendeckend zu verunreinigen und es somit unterbleibt?

6- Oder möchte die Stadt vielleicht sogar im Gegenteil mit einer bewusst trashigen Atmosphäre in Bahnhofsnähe gezielt Urbanität und so etwas wie den Hauch von Metropole vermitteln?

 

7 Kommentare

  1. 1

    Stimmt, das ist wirklich einen Dreckecke.

    Ich denke allerdings, dass sich der Müll über etliche Jahre dort angesammelt hat und dass es deshalb so viel ist. Plastik verrottet ja kaum. Ein einmaliges Aufräumen würde sicher schon viel nützen. Das alte Laub müsste natürlich auch mal weg und vielleicht sollten auch die Büsche einen hübschen Schnitt verpasst kriegen. Was die Zäune betrifft… Streichen ist sicher zu viel verlangt?

    Stinkt es in dem Tunnel eigentlich noch so nach Pisse? Könnte man das mit Wasser entfernen?

    Gegen Bezahlung würde ich den Müll ja wegräumen, aber „Bezahlung“ ist sicher das entscheidende, alle guten Vorsätze zunichte machende Wort.

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. Alle paar Monate wird da mal gründlich gesäubert, allerdings sieht es innerhalb von gut einer Woche dann wieder so ähnlich aus wie zuvor. Olfaktorisch hält es sich im Tunnel in Grenzen.

  2. 2

    Wenn das so ist… Ich komme selten dort vorbei. Ich versuche eigentlich sogar, den Tunnel zu vermeiden, weil er eben so dreckig, dunkel und unheimlich ist. Zum Glück bin ich auch selten gezwungen, da langzugehen, aber es gibt natürlich viele Leute, für die eine andere Route ein großer Umweg wäre. … Vielleicht liegt es auch ein bisschen am Wind, dass sich der ganze Unrat in dieser Kuhle ansammelt? Und vielleicht wäre es die vernünftigste Lösung, wenn man dort einen Mülleimer aufstellt? Offensichtlich verleiten schwer einsehbare Ecken dazu, sich des Abfalls durch simples Fallenlassen zu entledigen, vor allem, wenn es weit und breit keine Mülltonne gibt. Im Übrigen ist es nachgewiesen, dass Dreckecken weiteren Dreck anziehen. In einer niveauvollen Gegend benehmen sich die Leute auch niveauvoll. Wo es aber aussieht wie im Schweinestall, benehmen sie sich eben dementsprechend. Kurzum, man müsste wirklich den ganzen Weg neu gestalten. Da sich aber kaum Touristen, sondern nur arme Weimarer durch dieses versiffte Labyrinth quälen müssen, wird die Stadt nicht viel dafür ausgeben wollen. Als Alternative könnte ich jetzt nur die zwei Straßen „Hinter dem Bahnhof“ empfehlen. Zumindest über die linke Flanke kommt man auch gut zum Biomarkt. Bei der rechten könnte es sein, dass es kein Durchkommen gibt. Kenne mich da nicht so genau aus. Oder man geht zum Netto oder zum Lidl Einkaufen, oder ins Atrium zum Aldi oder zu Herkules. Die haben auch Bioprodukte im Sortiment, wenns denn unbedingt teures Bio sein muss. Bessere Vorschläge habe ich leider nicht. Höchsten… den Müll selber aufsammeln. Oder selber einen Müllsack hinhängen, mit einem Schild „Bitte werfen Sie Ihren Müll hier hin!“ darüber. Da könnte man gleich mal sehen, ob’s funktioniert. Na ja, es wäre schon toll, wenn die Ecke mal ein bisschen aufpoliert wird. Ich finde es dort wirklich unheimlich. Nicht nur wegen dem Müll. Mir tun die Leute leid, die da jeden Tag zweimal durchlaufen müssen.

    • Wir werden das Thema offiziell in die nächste Stadtratsitzung einbringen und dann schauen wir mal, was die Verantwortlíchen dazu sagen werden.

  3. 3

    Fürs Bauhausmuseum hat man extra eine ganze Parkhauseinfahrt verlegt. Da sollte doch für einen sicheren und schönen Fußgängertunnel etwas Geld da sein. Oder in Weimar-West hat man massig Gelder für den Schlängelweg den Berg hoch Richtung Weimar-Nord ausgegeben. (((Übrigens… ich vermute mal, dass der Weg durch die Gartenanlage in Weimar-Nord immer noch zu ist. Das bedeutet nämlich einen RIESEN Umweg für alle die, die zwischen Nord und West pendeln, worunter ja auch viele Schulkinder und alte Leute sind. Ich finde das unmöglich! Wie kann man den Weg durch die Gartenanlage dicht machen? So ein Egoismus!)))

  4. 4

    Der vermüllte Weg ist bestimmt auch zu steil für Rollstuhlfahrer. Vielleicht ließe sich da ja auch was machen? Wenn der Platz für einen weniger steilen Weg reicht? Allerdings ist der Tunnel dann garaniert für viele Monate gesperrt, was auch wieder blöd wäre.

  5. 5

    http://nullbarriere.de/rampen-steigung.htm
    Ich hab mal nachgeschaut und nachgerechnet, wie lang eine Rampe sein müsste, wenn der Weg für Rollstuhlfahrer passierbar sein sollte. Leider müsste die Rampe dann in etwa vom Ende des Tunnels bis zur Rießnerstr. reichen (und die Steigung im Tunnel müsste auch abgeflacht werden). Das wäre also wirklich sehr aufwending. (Und es wäre sicher trotzdem noch eine große Kraftanstrengung für Rollifahrer, wenn sie ohne Motor fahren). Andererseits sind die Ettersburger Str. und die Buttelstädter Str. garantiert auch zu steil für Rollstuhlfahrer. Der Weg durch den Tunnel wäre also der einzige Weg für Rollis, wenn sie selbstständig vom Bahnhof in nördliche Richtung fahren wollen. Und ich weiß auch nicht, wie viele Rollifahrer den Weg wirklich benötigen und benutzen würden? Wahrscheinlich ist der Stadtbus die bessere Lösung für sie. Man kann eben keine Berge versetzen.

    Aber ein bisschen mehr Ordnung und Sauberkeit in der Ecke wären schon gut.

Was denkst du?