Da saß er nun vor dem 1. Senat des Thüringer Oberverwaltungsgerichtes und musste sich gegen etwas wehren, was ihm eine städteplanerische Einfalt und egoistische Politik eingebrockt hatten: Lärm und ungesunde Luft kurz vor seinem Wohnhaus. Jörg Klopffleisch ist eines der Opfer von Arroganz und Selbstherrlichkeit, der sich die Weimarer Politik verschrieben hat. Und damit ist diese lange noch nicht am Ende.

Obwohl sich die Stadt Weimar ein Stadtplanungsamt leistet, obwohl für alle möglichen Dinge Gutachten von (meist denselben) Ingenieurbüros erstellt werden und obwohl immer wieder in Bauausschusssitzungen diese Themen besprochen wurden haben es Stadtverwaltung und Stadtrat Weimar bis heute nicht geschafft, eine vernünftige Verkehrsplanung für die Stadt auf die Beine zu stellen.

Angefangen mit der Ostumgehung, wo Varianten präferiert werden, die jenseits aller Vernunft sind, und selbst in Frage gestellt  wird, ob eine Ostumfahrung überhaupt noch notwendig wäre.

Weiter über Verkehrsplanungen zum Platz der Demokratie und zum Goetheplatz, die beide dringend beruhigt werden müssten, wo man sich aber gerade einmal auf Tempobeschränkungen und Ampeln durchringen konnte.

Bis hin zum Gipfel städteplanerischer Unvernunft: dem Durchschneiden einer wichtigen Ost-West-Verbindung am Minolplatz durch den Bau eines Museums auf genau dessen Tagente. Weil es Architekt und (Stadt-)Politiker so wollten. Weil es schöner aussähe. Hierdurch verbaute man sich damals die letzte Chance einer vernünftigen innerstädtischen Ost-West-Verbindung und auch weiterer sinnvoller Verkehrslösungen – wie jetzt im Zusammenhang mit dem Sophienstiftsplatz. Das ist einer der Gründe, warum wir PIRATEN die BI „Das Bauhaus neu denken“ damals unterstützten und warum wir heute noch gegen diesen Bau sind. Die Folgen dieser Entscheidung haben nun die Anwohner und die ganze Stadt zu tragen.

Damit ist die verkehrstechnische Narretei aber lange noch nicht am Ende: mit dem Einsparen einer Linksabbiegespur in der Coudraystrasse am Sophienstiftsplatz vermuten die Anwohner der umliegenden Viertel zu Recht, dass sich der Verkehr von Nordwest nach Südost dann durch ihre Viertel bewegen wird. Wer allein solche Vorschläge der Stadt und dem Stadtrat vorlegt, sollte unserer Meinung nach bei weiteren Planungen nicht mehr berücksichtigt werden. Eine entsprechende Anfrage zu Ausschreibungen von Planungsleistungen werden wir zur übernächsten Stadtratssitzung stellen.

Wir Piraten bleiben deshalb bei unseren Forderungen:

  1. Verkehrsberuhigung am Platz der Demokratie / Schloss
  2. Verkehrsberuhigung an Goetheplatz, K.-Liebknecht-Strasse und H.-Heine-Strasse
  3. Ertüchtigung von Coudraystrasse und Bad Hersfelder Strasse für den durchgehenden Verkehr in beide Richtungen mit Einrichtung einer festen Verbindung für Radfahrer und Fußgänger zwischen Schwanseebad und Weimarhallenpark (breite Brücke über die Strasse, Absenkung der Strasse, Tunnel o.ä.)
  4. Sofortiger Baustop für das „Neue Bauhausmuseum“ und Wiederherstellung der Verbindung Asbachstrasse – Untere Bertuchstrasse mit Schaffung von Lärmschutzmaßnahmen und Querungsmöglichkeiten für die Anwohner (Absenken der Strasse, Wannenlösung, Tunnel o.ä.)

Alle anderen Versuche rund um den Sophienstiftsplatz verkehrstechnisch vernünftige Lösungen zu finden, werden sonst scheitern oder höchstens faule Kompromisse. Anders als die Stadtverwaltung sehen wir PIRATEN eine Lösung dafür nur im Zusammenhang mit anderen verkehrstechnischen Lösungen. Und anders als die anderen Parteien im Stadtrat werden wir weiter ehrlich dazu stehen und nicht nur die Betroffenheitsflagge hissen und dann doch wieder anders abstimmen.

Thomas Brückner (M.d.S.R.)

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