Wohnen und Wohnumfeld

Ausgang Rastenberger Tunnel

Gentrifizierung, also das räumliche Auseinanderdriften von Wohnungsangeboten mit unterschiedlichem Mietniveau ist ein Effekt, der Weimar längst schon erfasst hat. Mit jeder Sanierung und jedem Neubau in bestimmten Stadtbezirken wird dieser Effekt noch verstärkt, da sich die dabei entstehenden neuen Mieten auf das gesamte Umfeld auswirken. Eine Lösung wäre, in Stadtvierteln mit bereits hohen Mieten nur noch sozialen Wohnungsbau zuzulassen. Das wäre allerdings nur möglich, wenn dann auch seitens des Landes und des Bundes dauerhaft Zuschüsse für diese Wohnungen fließen würden. Allein die Kosten für Neubau oder Sanierung sind heutzutage nur noch mit Mieten oberhalb 7 –  8 € pro qm wieder einzufahren. Damit würde man aber in einem Stadtgebiet alle Bestandsmieten gefährden.

So wäre z. B. bei der Weimarer Wohnstätte zu überlegen, ob diese ihre Baukosten nicht mit eigenen Bilanzüberschüssen finanzieren könnte. Das wäre natürlich ein Problem für den Weimarer Haushalt, der sich seit Jahren auf deren Gewinne stützt. Aber dieser Haushalt sollte sich sowieso eine solidere Finanzierungsgrundlage suchen.

Gemeinschaftliche Wohnprojekte sind gleichfalls ein gutes Mittel, um privater Vermietung mit hohen Mieten Einhalt zu gebieten. Sie haben auch den Vorteil der Bildung von Gemeinschaften und der Belebung des gesellschaftlichen Lebens in einem Viertel. Für Weimar böte sich an, neben generationsübergreifenden Projekten auch Projekte zu fördern, die Arbeiten, Wohnen und Leben unter ein Dach bringen und die Platz für Kreativität und wirtschaftliche Entwicklung bringen – z. B. für Ausgründungen aus dem Wissenschaftsumfeld und für Start-ups jeder Art. Einen entsprechenden Antrag haben wir dazu bereits in den Stadtrat eingebracht:

Antrag „Zukunft entwickeln“

Da wir im Gegensatz zu anderen Parteien nichts von Verdichtung im Wohnungsbau halten, sind uns genau wie Wohnungen Grün- und Wasserflächen, Spiel- und Sportstätten und andere Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes wichtig. Käfighaltung sollten bei Menschen und bei Tieren abgeschafft und für alle genügend gesunder Platz und Freiraum geschaffen werden. Man könnte natürlich stattdessen auch Fassaden und Dächer begrünen, das ist allerdings recht teuer, wenn man es richtig macht, und das belastet wieder die Mieten. Außerdem bildet es Konkurrenz zur Solarenergie, denn beides auf einem Platz funktioniert (noch) nicht.

Ein (oder zwei) öffentliche WLAN-Netze in der Stadt würde die Einwohner und ihre Gäste im Digitalzeitalter ankommen lassen und die Stadt lebenswerter.

Unser Antrag dazu:

Antrag „Ein Internet und zwei Netze“

So wie Wasser lebensnotwendig ist, ist es auch seine Entsorgung. Deshalb befürworten wir (kostenlose) öffentliche Trinkbrunnen und Toiletten. Hier hat die Stadt noch einigen Nachholebedarf.

Auch hier ein Antrag:

Antrag: „Trinkwasser für alle“

Eine Stadt wie Weimar hat einen guten historischen Grundstock. Ihn klug weiterzuentwickeln und den Erfordernisse der Zeit anzupassen, ist eine Herausforderung, der wir Piraten uns gern weiter stellen wollen.

Leopold Wagner
Foto: Michael Pape

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